Vorsicht: Verkaufssignale! Die Crash-Indikatoren springen auf rot!

Hallo zusammen,
heute möchte ich auf die diverse Verkaufssignale aufmerksam machen. Im Ergebnis ändere ich sogar meine Positionierung für alle Indizes (S&P 500, DAX, usw.) auf neutral – unabhängig vom Punkte-Score meines Trendfolgekonzepts. Wie immer handelt es sich dabei nur um meine persönliche Meinung – viel Spaß beim Lesen! Ich freue mich auf Ihr Feedback!

Verkaufssignale

Aktuell beobachte ich die im Folgenden beschriebenen Verkaufssignale. Die entsprechenden Charts finden Sie unterhalb des Textes.

  1. Der Dow Jones Transportation Index übt gegenüber dem breiten Markt häufig eine Vorläuferfunktion aus (vgl. Dow Theorie). In den letzten Tagen war ein außergewöhnlicher Schwächeanfall bei diesem Index zu sehen. Zuvor hatte der Index auf der Oberseite technisch gesehen einen Fehlausbruch produziert. Dies ist einer meiner liebsten Crash-Indikatoren und er steht nun auf rot (vgl. Chart unten)!
  2. Unter zyklischen Gesichtspunkten sind die Monate August und September besonders schwache Monate für Aktien (vgl. Literatur zu Aktienzyklen). Dies gilt für 7er Jahre umso mehr! Zyklen erlauben keine exakte Prognosen, sie zeigen uns aber Marktphasen, welche höhere bzw. geringere Risiken aufweisen. Ich stelle die entsprechenden Charts hier nicht dar. Diese sind bei Bedarf aber in der einschlägigen Literatur sowie im Internet zu finden.
  3. Die Marktbreite ist nach wie vor äußerst schwach. Dies gilt für diverse (wenn nicht sogar alle) großen Indizes. Beispielhaft sei der S&P 500 genannt, dessen Marktbreite weiter abnimmt, während sich der Index (noch?) halten kann. Dies ist eine klare negative Divergenz (vgl. Charts unten). Über die Marktbreite als Crash-Indikator habe ich hier einen Artikel verfasst: Die Marktbreite als Crash-Indikator.
  4. Die Small Cap Aktien (z.B. S&P 600 SmallCap) zeigen sich zuletzt in schlechterer Verfassung als die “großen” Jungs (z.B. Dow Jones). Große Investoren schichten ihr verwaltetes Vermögen oftmals in weniger schwankungsanfällige Aktien um, wenn sie feststellen, dass das Fahrwasser gefährlicher wird. Fondsmanager können aufgrund ihrer Fondsbedingungen oftmals keine wesentlichen Cash-Positionen halten und versuchen daher durch diese Rotation eine Outperformance zu generieren. In einem “risk-off” Umfeld laufen Bluechips (große, eher als sicherer betrachtete Unternehmen) oftmals besser als Small Caps). Die schwäche der Small Caps interpretiere ich daher als Warnsignal.
  5. Zyklischen Konsumgüteraktien haben sich zuletzt schwächer entwickelt als breite Indizes wie der S&P 500. Sie können sich zum Beispiel auf stockcharts.com Charts verschiedener Branchen gleichzeitig anzeigen lassen. Meiner Meinung nach entwickelten sich die konjunktursensiblen Branchen zuletzt schwach. Die Versorger, welche als etwas unabhängiger von der Konjunktur betrachtet werden, haben sich zuletzt gut entwickelt. Dieses divergente Verhalten ist ein Warnsignal und deutet darauf hin, dass Investoren sich für einen bevorstehenden “risk-off” Markt in Stellung bringen.
  6. Auf verschiedenen Homepages habe ich davon gelesen, dass in den letzten Wochen sehr viele Hindenburg-Omen generiert wurden. Hindenburg-Omen sollen eine bevorstehende Marktschwäche anzeigen. In der Vergangenheit habe ich oft die Erfahrung gemacht, dass Hindenburg-Omen (sofern mehrere Omen hintereinander auftreten) als vorauslaufender Indikator eine hohe Trefferquote aufweisen.
  7. Wer sich das Sentiment (= die Stimmungslage, d.h. wie viele Investoren sind bullish / wie viele sind bearish) anschaut, der findet zwar keine exorbitant bullishe Positionierung – aber durchaus einen sehr hohen Anteil an bullish positionierten Investoren (vgl. z.B. NAAIM, Investors Intelligence, AAII). Aus der Sentiment-Perspektive muss es nicht unmittelbar zu einer Korrektur kommen, das Sentiment steht einer Korrektur aber auch nicht im Weg.
  8. Meiner eigenen Erfahrung nach übernimmt der DAX in Abwärtsphasen häufig eine Vorreiter-Position im Vergleich zu den amerikanischen Indizes. Eine statistische Auswertung diesbezüglich habe ich bislang noch nicht erstellt. Ich habe dieses Verhalten aber schon oft beobachtet. Die US-Indizes befinden sich aktuell nur knapp unterhalb ihrer Allzeithochs, der DAX läuft hingegen schon eine ganze Weile recht schwach. Das Verhalten passt zu einer Top-Bildung.
  9. High-Yield Anleihen (d.h. besonders riskante Anleihen mit hohen Koupons) laufen in einem “risk-off” Umfeld meist schlechter als in einem “risk-on” Umfeld. Diese Anleihen befanden sich zuletzt – ebenso wie der S&P 500 – in einer engen Trading-Range. Sie sind nun aber nach unten ausgebrochen und könnten damit die Richtung des Ausbruchs beim S&P 500 vorweggenommen haben (schließlich befindet sich der S&P 500 aktuell noch in seiner sehr engen Trading-Range nahe des Allzeithochs).

Im Ergebnis reichen mir diese Verkaufssignale aus, um trotz meines noch bullish positionierten Trendkonzepts meine eigene Positionierung auf neutral zu verändern. Das bedeutet natürlich nicht, dass der Markt nun sofort fallen muss. Ich glaube aber, dass die Wahrscheinlichkeit einer auftretenden Korrektur aktuell recht hoch ist. Als Investor bin ich relativ risikoavers, dies rechtfertigt die neutrale Positionierung.

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Anbei untermauere ich die oben getätigten Aussagen noch mit einigen Charts:

Punkt 1: Transport-Aktien (Dow-Theorie)

Transport Verkaufssignale.png
erstellt mit TraderFox

Die schwächere Entwicklung des Transport-Index ist nicht zu übersehen. Dies könnte auf eine konjunkturelle Abkühlung hindeuten.

Punkt 3: Marktbreite

Nasdaq100_Marktbreite.png
erstellt mit IndexIndicators.com
S&P500_Marktbreite.png
erstellt mit IndexIndicators.com

Die negativen Divergenzen sind klar zu sehen und stellen meiner Meinung nach Verkaufssignale dar.

Punkt 4: Negative Divergenz Small Caps

S&P 500 vs S&P 600 negative Divergenz Verkaufssignale.png
erstellt mit TraderFox

Die Small Caps schafften es zuletzt nicht mehr Impulse auf der Oberseite zu setzen. Der S&P 500 lief hingegen noch recht gut.

Punkt Nr. 9: High Yield Bonds

High Yield Bonds
erstellt mit StockCharts.com

Die High-Yield-Bonds sind bereits aus der Trading-Range nach unten ausbegrochen.

Abschließender Hinweis für die Perfomance-Messung: Europäische Indizes stelle ich per heutigen Schlusskurs auf neutral, die US-Indizes werde ich mit der heutigen Markteröffnung auf neutral umstellen.

Ich freue mich auf Ihr Feedback und wünsche Ihnen viel Erfolg!

Viele Grüße
Christian F. Hardt

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2 Kommentare

  1. Hallo Christian, danke für deine Einschätzung. Was heißt in dem Rahmen neutral? Keine Käufe, keine Verkäufe, aber auch keine weiteren Absicherungen?

    • Hi, das soll heißen, dass ich insgesamt weder von steigenden noch von fallenden Kursen profitiere. Einige kurzfristige Positionen habe ich verkauft, andere Positionen habe ich zu 100% abgesichert. Je nachdem wie es optimal für mich ist (zB unter Beachtung der Transaktionskosten). VG und viel Erfolg dir, Christian

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