Investment-Strategie

Aus dieser Seite könnt ihr etwas über meine persönliche Strategie lesen. Diese soll mir dabei helfen, an der Börse systematische (d.h. wiederholbare und nicht zufällige) Erfolge zu erzielen. Bei meinen Blog-Posts schreibe ich regelmäßig über die einzelnen Bausteine der Strategie (z.B. der aktuelle Stand des Trendfolgekonzepts oder akute Warnungen von Crash-Indikatoren). Oben rechts (bei mobiler Nutzung ganz unten) könnt ihr den Blog kostenlos abonnieren und erhaltet so jedes Update ohne Zeitverzögerung.

Im folgenden gebe ich zunächst eine kurze Einleitung (Punkt 1) und beschreibe im Anschluss die Zielsetzung der Strategie (Punkt 2). Schließlich beschreibe ich die Strategie selbst (Punkt 3). Dabei werde ich auf mein Trendfolgekonzept eingehen (Bestimmung der Trendrichtung und der Schwungkraft des Trends) und weitere Bausteine der Strategie wie z.B. markttechnisch relevante “Big Points”, Crash-Indikatoren und die Bedeutung von Aktien mit Game-Changer-Potential beschreiben.

Viel Spaß beim Lesen!

1. Einleitung

Aktienkurse werden durch Millionen von (meist unbekannten) Faktoren beeinflusst, dessen Prognose zunächst unmöglich erscheint. Gerade diese Unlösbarkeit der Aufgabe macht sie aus meiner Sicht so spannend. Vielleicht ist das auch der Grund dafür, dass ich von der Börse selbst so fasziniert bin und jede freie Minute mit der Lösung dieser schier unlösbaren Herausforderung verbringe.

In den Zeitungen und im Fernsehen suchen die Journalisten stets nach Antworten: Warum sind die Kurse gestiegen? Warum sind sie gefallen? Als ich das erste Mal von der Börse erfuhr, stellte ich mir ähnliche Fragen wie die Journalisten. Grundsätzlich ist das sinnvoll, um sich mit der Materie vertraut zu machen. Für den eigentlichen Handel wird es aber nicht viel bringen. Wer bei der quasi unendlichen Anzahl an Einflussfaktoren versucht, diese vollends zu identifizieren und zu verstehen, wird kläglich scheitern.

Ich persönlich habe gute Erfahrungen damit gemacht, mir eine Strategie zu definieren, die sich an klar beobachtbaren Fakten orientiert und nicht an Meinungen. Aussagen wie “der Markt ist schon recht teuer” sind für das alltägliche Timing (also wann genau kaufe und verkaufe ich?) vollkommen nutzlos. Die Details meiner Strategie könnt ihr hier nachlesen, viel Spaß!

Übrigens: Einen ausführlichen Backtest meines Trendfolgesystems (angewendet auf den Dax zwischen 1998 und 2017) könnt ihr hier nachlesen: Das Trendfolgesystem im Backtest.

Bei Fragen oder Anregungen schreibt mir gerne jederzeit auf trendfolge.investments@gmail.com.

2. Zielsetzung der Strategie

Henry Mintzberg definiert eine Strategie als “a pattern in a stream of decisions” (H. Mintzberg: Patterns of Strategy Formulation, Management Science, 24, 1978, S. 934–948). Er spricht also von einem gleichbleibendem Muster in einem Strom von Entscheidungen. An der Börse gleicht kein Tag dem Anderen und Investoren müssen wieder und wieder eine Vielzahl an wichtigen Entscheidungen treffen. Doch obwohl jeder Tag anders aus sieht und sich die Aktienmärkte unvorhersehbar verhalten, gibt es dennoch sich wiederholende Muster.

Auf der Grundlage solcher sich wiederholender Muster sollte eine Strategie Leitplanken bzw. Regeln definieren, die dem Investor jeden Tag dabei unterstützen, Entscheidungen zu treffen. Ich bin fest davon überzeugt, dass jeder Investor eine klare Strategie benötigt. Diese hält uns davon ab, impulsiv oder emotionale zu handeln. Die Strategie soll mich (bzw. meine Leser) dabei unterstützen sachlogische, rationale Entscheidungen zu treffen. Diese rationalen Entscheidungen sollen dazu führen, dass langfristig systematisch (d.h. insbesondere wiederholbare) Erfolge an der Börse erzielt werden.

3. Beschreibung der Strategie

Ich persönlich bin ein Hobby-Privatinvestor, meine Strategie muss also mit einem geringen Zeiteinsatz und mit Informationen, die günstig zugänglich sind, umsetzbar sein. Ich bevorzuge mittel- bis langfristige Investments, da ich für Daytrading keine Zeit (und zu schwache Nerven) habe. Ich bin bereit Risiken einzugehen, die großen Draw-Downs möchte ich aber vermeiden, so macht der Dax in einer Krise gerne mal 50% Minus – solchen Schwankungen möchte ich mein Depot nicht aussetzen. Wenn ich mir Investoren anschaue, die einfach ETFs auf den Dax kaufen, dann würde ich mich sogar als sehr risikoavers bezeichnen. Die Instrumente, die ich verwende, sollen sich zudem bereits für viele erfolgreiche Marktteilnehmer als nützlich erwiesen haben (siehe z.B. die Market Wizards Bücher).

Unter Beachtung dieser Kriterien bin ich im Laufe der Jahre zu einem Anhänger von Trendfolge-Strategien geworden – der Zinseszinseffekts kann solch eine Strategie in der langen Sicht zu einem mächtigen Instrument machen. Ganz konkret besteht meine Strategie aus den folgenden drei Säulen, wobei die erste Säule das Fundament der Strategie bildet, während die Säulen zwei und drei nur ergänzend wirken:

Säule 1: Die Marktverfassung – Trendfolge und Momentum
Säule 2: Markttechnisch relevante “Big-Points”
Säule 3: Crash-Indikatoren

3.1 Das Trendfolgekonzept: Trendfolge und Momentum

Die erste Säule ist zugleich das Fundament meiner Strategie. Sie basiert auf mathematischen Kriterien, die klar definiert und völlig frei von Emotionen sind. Hierzu berechne ich regelmäßig einen Trend-Score. Je höher der Score, desto stärker ist der Trend. Besteht ein Trend jedoch schon sehr lange, so steigt die Wahrscheinlichkeit eines Kursrückgangs – um mich davor zu schützen, habe ich auch Maßnahmen ergriffen, siehe hierzu die unten beschriebene dritte Säule.

3.1.1 Trendrichtung

Die Trendrichtung definiere ich mit den folgenden Kriterien:

  1. Die relative Veränderung verschiedener Durchschnittspreise
  2. Die relative Lage des aktuellen Kurses im Vergleich zu verschiedenen Durchschnittspreisen

Ich betrachte demzufolge unterschiedliche gleitende Durchschnitte, dabei interessiere ich mich insbesondere für deren Veränderung (d.h. ob sie steigen oder fallen) sowie für deren Lage im Vergleich zum aktuellen Kurs. Mit dieser Methode werden unnötige Informationen (das täglich auf und ab der Märkte – das “Marktrauschen”, welches häufig zu unnötigen bzw. störenden Emotionen führt) ausgeblendet. Die vorhandenen Informationen werden auf die Tatsache reduziert, in welche Richtung der Trend aktuell zeigt.

3.1.2 Schwungkraft des Trends (Momentum)

Darüber hinaus schaue ich auf die Schwungkraft des Trends. Hierzu nutze ich den technischen Indikator MACD. Im Kern basiert der Indikator ebenfalls auf (exponentiellen) gleitenden Durchschnitten, diese werden aber in der Standardeinstellung eher kurzfristig gewählt und durch die Betrachtung des Abstandes zwischen zwei verschiedenen gleitenden Durchschnittspreisen kann eine Art “Momentum” abgelesen werden – d.h. es wird sichtbar, wie sich die Schwungkraft des Trends entwickelt.

Dieser Baustein ist sehr wichtig, da ein bestehender Aufwärtstrend gemäß meiner Definition letztendlich nur bedeutet, dass der durchschnittliche Preis der Aktie zuletzt gestiegen ist – es stellt sich aber die Frage, ob der Trend auch in Zukunft bestehen bleibt. Die Messung der Schwungkraft der aktuellen Bewegung kann hierbei meiner Meinung nach sehr nützlich sein.

Viele Investoren machen den Fehler, nur auf gleitende Durchschnitte (GDs) zu schauen, so erfreut sich z.B. der GD200 (täglich) einer großen Beliebtheit – hierzu ein Beispiel: Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich der GD200 z.B. 30% unterhalb eines Aktienkurses befindet. Soll ich erst aussteigen, wenn der Kurs um 30% gefallen ist? Solche Verluste sind mir zu groß, da es einen enormen Schaden in meinem Portfolio anrichten würde. Um einen Verlust über 30% wieder auszugleichen, müsste ich ein neues Investment tätigen, dass rund 43% Gewinn macht – nur um dann wie der ein ausgeglichenes Depot zu haben. Das Rechenbeispiel zeigt, wie wichtig es ist, Verluste zu vermeiden. Aus diesem Grund beziehe ich den MACD mit ein

3.1.3 Kombination verschiedener Zeitebenen

Eine Herausforderung bei der Nutzung von Trendfolgesystemen ist, dass ein System z.B. auf wöchentlicher Basis einen Aufwärtstrend anzeigt, aber auf täglicher Basis einen Abwärtstrend – was tun? Ich persönlich, beziehe verschiedene zeitliche Ebene mit ein (also GDs und MACD auf Basis von Renditen, die über verschiedene zeitliche Ebenen berechnet werden).

Dabei suche ich insbesondere Situationen, in denen ein übergeordneter und stabiler Aufwärtstrend besteht, wobei die kurzfristigen Indikatoren bearish sind (d.h. eine Korrektur ist im Gange). Wenn dann die kurzfristigen Indikatoren wieder auf “grün” schalten, nutze ich dies gern um Positionen zu eröffnen bzw. weiter aufzustocken.

Beispiele

Interessante Beispiele für die Funktionsweise meines Trendkonzpets sowie für die Stärken und Schwächen des Systems findet ihr hier: Das Trendfolgesystem im Backtest.

3.2 Markttechnisch relevante “Big-Points”

Ergänzend zum Trendkonzept beachte ich aber auch markttechnisch relevante “Big-Points”. Darunter verstehe ich bestimmte Punkte im Markt, die aus irgendeinem Grund von den Marktteilnehmern als besonders relevant betrachtet werden. Zum Beispiel haben die Marktteilnehmer immer wieder große Verkaufsorders abgegeben, wenn eine bestimmte Marke erreicht wurde (so entsteht ein charttechnischer Widerstandsbereich). Nun wird die Marke aber plötzlich überschritten – der Markt für die Aktie bzw. die Einstellung der Marktteilnehmer hat sich verändert,  das gilt es für künftige Überlegungen zu beachten.

Im Grunde frage ich mich, wo Bewegung entstehen wird. Ich suche also unter Analyse des Charts und der Volumensentwicklung nach Punkten, an denen Trendbewegungen starten können (ich frage mich also, wo viele Kauf- oder Verkauforders “liegen” könnten). Wenn solche Punkte dann überschritten werden und mein Trendkonzept ebenso grünes Licht gibt, dann kaufe ich eine erste Position und warte ab, wie sich der Markt weiter verhält. Etabliert sich ein Aufwärtstrend, so baue ich meine Position sukzessive weiter aus.

Beispiel

Anfang des Jahres 2017 befand sich der Dax in einem übergeordnetem Aufwärtstrend (auf Sicht einiger Jahre). In den Jahren 2015 und 2016 setzte aber eine Konsolidierungsphase ein, die zu einem mittelfristigen Abwärtstrend führte. Im Chart seht ihr die eingezeichnete Abwärtstrendlinie (der Hochpunkt, von dem die Linie eingezeichnet wird, ist im Chart nicht sichtbar). Die Abwärtstrendlinie wurde überwunden, dann gab es aber mehrere Pull-Backs zurück an die Trendlinie. Der Dax lief einige Wochen seitwärts, blieb dabei aber über der Abwärtstrendlinie. Dabei bildete sich ein Widerstandsbereich aus (siehe Chart), gleichzeitig fing der GD(250, täglich) an zu steigen. Der Übergang in einen Aufwärtstrend schien sich heraus zu kristallisieren.

Ich selbst bin erst eingestiegen als der Breakout über den Widerstandsbereich gelungen ist (siehe Markierung im Chart – dies ist der makrttechnisch relevante “Big-Point”, da der Widerstandsbereich zuvor vier Mal angelaufen wurde). Dieser Breakout hat den Ausbruch aus dem Abwärtstrend bestätigt und leitete somit den Übergang in eine neue bullishe Trendbewegung ein. Das Trendkonzept selbst gab schon kurz zuvor grünes Licht, aber erst mit dem Breakout über die Widerstandsbereich kam es zu einer kräftigen, bullishen Bewegung. Noch schöner finde ich es, wenn ein Widerstandsbereich über Jahre hinweg Bestand hatte, die dann beim Bruch folgende Trendbewegung ist häufig noch stärker und hält noch länger an.

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Eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox.de

3.3 Crash-Indikatoren

Das oben dargestellte Trendfolgesystem ist für meine Positionierung ausschlaggebend. Es bildet das Fundament meiner Strategie. Die dritte Säule dient nur als ergänzendes Instrument. Wenn ich einen Aufwärtstrend erkenne, eröffne ich meist eine kleine oder mittlere Position und warte die weitere Entwicklung ab. Wenn sich der Aufwärtstrend festigt und mit der Zeit noch stabiler wirkt, dann baue ich meine Position sukzessive weiter auf. Doch vor jedem Zukauf beleuchte ich mit Hilfe der Crash-Indikatoren, wie hoch aktuell die Wahrscheinlichkeit einer Korrektur oder sogar eines heftigen Rückgangs ist. Erscheint mir das Chance-Risiko-Verhältnis nicht optimal, so tätige ich keine weiteren Zukäufe.

Außerdem können die Crash-Indikatoren in klar definierten, sehr seltenen Ausnahmefällen dazu führen, dass ich mein Depot (kurzfristig) neutral ausrichte, obwohl mein Trendfolgekonzept noch bullish eingestellt ist. Ich würde mich allerdings niemals gegensätzlich zum Trendkonzept positionieren (d.h. ich würde niemals short gehen, wenn mein Trendkonzept bullish ist). Diese Ausnahmen müssen aber klar definiert sein. In der Vergangenheit habe ich oft den Fehler gemacht, Gewinne zu früh mitzunehmen – so habe ich ausgerechnet die Aktien verkauft, die gut gelaufen sind. Es war für mich emotional schwer auszuhalten, einen ordentlichen Kursgewinn zu sehen, der sich dann bei einer kurzfristigen Schwankung wieder reduziert – ich wollte angehäufte Kursgewinne nicht “wieder hergeben”. Dies ist ein wissenschaftlich bekanntes psychologisches Phänomen und ein ganz typischer Fehler, den sehr viele Investoren machen.

Das Trendfolgekonzept hilft mir, irrationale (emotional getriebene) Entscheidungen zu unterbinden. Es gibt mir genau vor, wann ich meine Postion glattstelle. Bei einer Gewinnmitnahme aufgrund von Warnungen seitens der Crash-Indikatoren muss insofern schon eine sehr deutliche Warnung vorliegen, andernfalls würde es das Trendkonzept untergraben, da es immer mal irgendeinen Indikator gibt, der gerade mal überkauft ist. Tatsächlich gibt es vor jedem Crash diverse Warnungen, diese zu finden ist keine Kunst. Die Herausforderung liegt vielmehr darin, irrelevante Warnungen in einem Aufwärtstrend auch ignorieren zu können, denn Warnungen treten ständig auf. Ich betrachte daher verschiedene Crash-Indikatoren kontinuierlich und nur wenn mehrere zeitgleich und sehr deutlich “auf rot springen” realisiere ich Gewinnmitnahmen.

Zu diesen Indikatoren gehören z.B. folgende:

  • Intermarket-Daten
    • Sehr starker Zinsanstieg innerhalb eines kurzen Zeitfensters
    • Dow-Theorie (ggf. erweitert auf andere Märkte und weitere Segmente)
  • Technische Analyse
    • Technische Indikatoren sind sehr deutlich überkauft (z.B. ADX bei monatlicher Messung, RSI, Abstand des Kurses zum GD250, und weitere)
    • Technische Indikatoren weisen sehr deutliche und über einen längeren Zeitraum (mindestens über mehrere Monate) bestehende negative Divergenzen zur Marktentwicklung auf (z.B. MACD, RSI)
  • Analyse der Marktstruktur
    • Negative Divergenz zwischen Anzahl 52-Wochen-Hochs und übergeordneter Marktentwicklung (market strength)
    • Negative Divergenz zwischen McClellan-Indikator und übergeordneter Marktentwicklung (market breadth)
  • Sentiment-Analyse
    • Titelseiten von Aktienmagazinen und sonstigen Zeitungen
    • Put-Call-Ratios
    • Umfragen (z.B. von AAII)

Beispiele

Über Beispiele für Crash-Indikatoren könnte ich vermutlich ein ganzes Buch schreiben. Anbei seien nur ein paar exemplarische Beispiele genannt. So z.B. der Bildzeitungs-Indikator, der sich unter den Börsenhandlern großer Bekanntheit erfreut. Gemeint ist die Situation, wenn die Börse über einen so langen Zeitraum so gut gelaufen ist, dass es sogar in einer Mainstream-Zeitung auf der Titelseite diskutiert wird und selbst Obdachlose an der Börse investiert sind und gute Renditen einfahren – dann ist der Markt klar überhitzt. Wenn schon jeder potentielle Marktteilnehmer gekauft hat, wer soll dann noch eine Kauf-Order abgegeben?

Sicherlich ist der Bildzeitungs-Indikator (auch übertragen auf andere Medien) interessant, so richtig spannend wird es aber erst, wenn man die Stimmung (auch Sentiment genannt) quantifizieren kann (z.B. über Umfragen). Es gibt eine große Auswahl an internationalen, regelmäßigen Umfragen, die eine tiefgehende Sentimentanalyse erlauben. Wenn das Sentiment sehr stark überhitzt, überwache ich die Marktentwicklung meist sehr genau. Für weitere Informationen siehe zum Beispiel der Artikel über eine “Dienstmädchenhausse” bei Wikipedia.

Untersuchungen zur “market breadth” und “market strength” sind ebenso sehr interessant . Die Analysen sind vergleichbar mit einem PKW: Vielleicht fährt das Auto noch, aber ein Blick unter die Motorhaube zeigt, dass es ggf. bald liegen bleiben wird. Analog dazu können die Aktienmärkte steigen und frische Allzeithochs markieren – während gleichzeitig Schwächesignale durch eine nachlassende Marktbreite angezeigt werden. Vor der Konsolidierung der Aktienmärkte in 2015 und 2016 gab es entsprechende Schwächesignale durch diese Indikatoren.

Die Intermarket-Analyse meint die Analyse der Zusammenhänge zwischen verschiedenen Märkten. Zum Beispiel steigt der Dow Jones Industrial, doch zyklische Aktien und Transportaktien laufen nicht so gut – dies könnte ein erstes Indiz für eine nachlassende Konjunktur sein. Ebenso können Zusammenhänge zwischen Aktien und Währungskursen oder Rohstoffen hergestellt werden. Der Dow Jones Transportation zeigte vor der Konsolidierung 2015 / 2016 eine negative Divergenz zum Dow Jones Industrial.

Ein Beispiel für einen (recht einfachen) technischen Indikator, der nach Situationen sucht, in denen der Markt so gut (bzw. schlecht) gelaufen ist, dass die Wahrscheinlichkeit für eine Gegenbewegung steigt, ist der ROC (Rate-of-Change). Eine ausführliche Beschreibung des Indikators findet ihr hier: TradesignalOnline. Ich habe diesen auf 250 Tage eingestellt. Es ist gut ersichtlich, dass bestimmte Extremwerte beim Indikator nur selten erreicht werden. Die Bestimmung, welcher Wert “extrem” und welcher “normal” ist, muss für jeden Basiswert einzeln vorgenommen werden. Der Chart zeigt, dass es nach einem extremen Wert meist eine Gegenbewegung gab:

Dax_Crash_Indikator_Trendfolge_ROC
Eigene Darstellung, erstellt mit Traderfox.de

Die Crash-Indikatoren beleuchte ich in meinen regelmäßigen Blog-Posts. Insbesondere wenn diese Warnsignale abgeben, werde ich darauf entsprechend eingehen.

3.4 Game-Changer-Potential

Meine oben genannten Ausführungen lassen sich fast vollständig sowohl auf einzelne Aktien als auch auf Aktienindizes oder ganz andere Basiswerte (Rohstoffe, FX) anwenden. Sollte ich jedoch ein Investment in eine Einzelaktie in Betracht ziehen, so kommt noch ein ergänzendes Kriterium ins Spiel. Ich führe keine umfassende fundamentale Analyse des Unternehmens durch, ich prüfe aber durchaus das Geschäftsmodell und frage mich, wie das Unternehmen Wachstum generieren kann. An der Börse werden Erwartungen über künftige Entwicklungen gehandelt, eine Firma muss demzufolge zwingend in der Zukunft wachsen, andernfalls wird der Kurs meist keine großen Sprünge machen können.

Nochmal: Hierbei geht es mir nicht um komplexe Analysen. Ich frage mich lediglich, wie kann dieses Unternehmen wachsen? Wenn ich mir dann Amazon anschaue, dann fällt es mir sehr leicht diese Frage zu beantworten (globale Expansion, Steigerung der Quote an Internet-nutzenden Menschen, Erhöhung der Marktdurchdringung durch Prime-Mitgliedschaften, usw.). Ich habe oft gelesen, dass die Aktie viel zu teuer sei – doch ein Unternehmen, dass immer wieder enormes Wachstum realisiert, darf auch teuer bewertet sein. Trotz der teuren Bewertung ist die Aktie in den letzten Jahren immer weiter gestiegen.

Am besten gefällt es mir, wenn eine Aktie Game-Changer-Potential besitzt. Schaut euch z.B. meinen letzten Blog-Post über co.don (hier klicken) an.  Wer sich auch nur kurz mit dem Unternehmen beschäftigt, dem dürfte sofort klar sein, welches Potential das Hauptprodukt aufweist. Das heißt natürlich nicht, dass die Aktie auch sofort steigen wird, doch wenn das große “Big-Picture” durch technische Kaufsignale bestätigt wird, dann steige ich ein. Ein weiteres Beispiel ist mein Blog-Post über Mobileye (hier klicken). Das Unternehmen besitzt eine Schlüsseltechnologie, welche für diverse Firmen enormen Wert hat (Technologien zur Umsetzung von autonom fahrenden KFZ), es handelt sich somit um einen Übernahmekandidaten. Nach einer zunächst eher zermürbenden Talfahrt hat mein Trendkonzept dann einen neuen Aufwärtstrend angezeigt. Bereits 2 Monate später lag ich +40% im Plus, da Intel ein Übernahmeangebot abgegeben hat. Ich könnte hier noch viele weitere Unternehmen mit Wachstumsfantasien beschreiebn (z.B. IT-Dienstleister, die sich vor Aufträgen kaum retten können), aber ich denke, dass die grundlegende Idee auch so klar geworden ist.

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