Shake Shack: +47% in weniger als 3 Monaten!

Was für ein klasse Treffer! Shake Shack habe ich am 18. September hier auf Trendfolge-Investments.com vorgestellt. Seitdem liegt die Aktie fast +50% im Plus. Selbstverständlich hatte ich auch Positionen, die ausgestoppt wurden (z.B. Südzucker) oder „nur“ etwas langsamer gestiegen sind. Das ist vollkommen normal. Das schöne bei der Trendfolge ist, dass ich Gewinne laufen lasse und Verluste begrenze. So handel ich insgesamt profitabel, auch wenn nicht jeder Trade ein Volltreffer sein kann. Heute zeige ich Ihnen nochmal kurz zwei Charts zu Shake Shack. Diese sollen das Prinzip der Trendfolge sowie den Nutzen der Markt- und Charttechnik darstellen. 

Mehrwert der Markt- und Charttechnik

Markt- und charttechnische Methoden werden oft kritisiert. Ich selbst nehme diese Analysewerkzeuge ebenfalls nicht zu ernst oder anders gesagt: Ich bin mir über die Risiken der Nutzung solcher Methoden im Klaren. Ich weiß aber auch, dass diese Instrumente einen Mehrwert bieten können. Schauen Sie sich zum Beispiel den Wochenchart von Shake Shack an. Der Kurs notierte auf einer Unterstützung, die über einen langen Zeitraum hinweg (seit Anfang 2016) bereits drei Mal angelaufen wurde. Derart langfristige und oft angelaufene Unterstützungen funktionieren oftmals recht gut. Woran mag das liegen? Im ersten Moment erscheint es merkwürdig, dass ein Unternehmenswert sich verändert, nur weil der Aktienkurs eine bestimmte Markte erreicht hat.

Ich weiß, dass es viele Trader gibt, die derartige Konstellationen beobachten. Dies kann zu sich selbst erfüllenden Prophezeiungen führen. Egal ob Universitätsprofessor oder fundamentaler Analyst, wer Charttechnik als Unfug bezeichnet, da alle verfügbaren Informationen (angeblich) im Kurs eingepreist sein müssen, handelt irrational. Derjenige vergisst, dass es Händler gibt, die beispielsweise Unterstützungszonen berücksichtigen. Diese Händler kaufen an der Unterstützung (völlig losgelöst von realwirtschaftlichen Daten). Somit besteht ein echter Einfluss auf den Aktienkurs, den rein fundamental orientierte Investoren unberücksichtigt lassen. Zudem ist es oftmals so, dass eben nicht alle Informationen bereits eingepreist sind. Schauen Sie sich beispielsweise den Absturz der Steinhoff Aktie an. Die Aktie lief schon länger schlecht (d.h. es gab höchstwahrscheinlich Marktteilnehmer, die schon früher Bescheid wussten). Es hatte sich bereits ein stabiler Abwärtstrend herausgebildet, erst danach kam der noch größere Crash (dann erst wussten alle Bescheid). Die Information benötigt oftmals Zeit, bis sie sich an alle Marktteilnehmer verbreitet hat. Ich achte auf die Signale des Marktes und sehe dadurch sofort Anzeichen, wenn starker Verkaufsdruck (beispielsweise durch Insider) aufkommt. Darauf reagiere ich.

Nochmal zurück zur Unterstützungszone bei Shake Shack: Wenn ein Kurs solch eine Zone erreicht, heißt das natürlich nicht, dass die Aktie sofort immer steigen muss. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist aber erhöht. Wenn Sie dieses Wissen mit fundamentaler Analyse kombinieren und nach dem Einstieg ggf. auch quantitative Methoden zur Trendfolge anwenden, dann verfügen Sie über ein mächtiges Instrumentarium. In aller Kürze: 

  • Über fundamentale Methoden können Sie weltweit interessante Aktien „screenen“.
  • Die Chart- und Markttechnik hilft Ihnen beim Timing.
  • Die Trendfolge hilft Ihnen, erfolgreiche Positionen lange zu halten (the trend is your friend) und schlechte Positionen konsequent auszusortieren. 

Shake Shack explodiert

Ich persönlich habe bei Shake Shack erst abgewartet, ob die Aktie an der Unterstützung positiv reagiert (siehe auch ganz unten kurzfristiger Chart). Erst als dies der Fall war und die Aktie positive Impulse gezeigt hat, habe ich am 18. September gekauft und hier darüber berichtet. Danach setzte eine Beschleunigungsphase ein. Eine Aufwärtsbewegung kann eine Aktie in eine Aufwärtsspirale hineinschieben. Je weiter der Kurs steigt, umso mehr Trader werden darauf aufmerksam – und kaufen ebenfalls. Wer als Trendfolger agiert und frühzeitig eingestiegen ist, der landet in solch einem Fall einen Volltreffer. Genau in solch einem Szenario befinden wir uns gerade.

Shake Shack
Shake Shack wöchentlich in US-Dollar (eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox)

Anbei zeige ich Ihnen auch noch den Tageschart in Euro. Ich habe zwar in der Nähe der Unterstützung gekauft (siehe oben). Eingestiegen bin ich aber erst nach (!) dem Bruch des kurzfristigen Abwärtstrends (siehe unten). Ich habe also verschiedene zeitliche Ebenen miteinander kombiniert. Tatsächlich hatte ich die Aktie schon seit langer Zeit auf meiner Watchlist, ich habe aber geduldig auf den richtigen Zeitpunkt gewartet. Trading kann harte Arbeit sein und erfordert viel Disziplin.

Shake Shack
Shake Shack täglich in Euro (eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox)

Fazit

Das Beispiel zeigt gut, die wichtigsten Punkte, die ich immer bei allen Trades beachte – anbei nochmal kurz zusammengefasst:

  • Bei der Auswahl einer Aktie beachte ich die fundamentalen Rahmenbedingungen (z.B. Kann die Firma bzw. das Geschäftsmodell in Zukunft potentiell hohe Wachstumsraten realisieren?)?
  • Was sagt mir die Chart- und Markttechnik über das Timing (wo sind potentielle Einstiegspunkte mit gutem Chance-/ Risiko-Verhältnis?)? Dabei kombiniere ich unterschiedliche zeitliche Ebenen miteinander.
  • Wie sieht der langfristige Trend des übergeordneten Marktes aus? Befinden sich die Aktienmärkte insgesamt in einem Aufwärtstrend? Andernfalls kaufe ich grundsätzlich keine Aktien.
  • Nachdem ich die Aktie gekauft habe, agiere ich als Trendfolger. Übrigens: Aktuell halte ich die Aktie noch, da der Trend intakt ist. Ich habe aber meine Positionsgröße angepasst (d.h. Gewinnmitnahmen realisiert), da die Position im Verhältnis zum ganzen Portfolio einfach zu groß geworden ist.

Wie immer handelt es sich nur um die Darstellung meiner eigenen Trades und meiner Vorgehensweise – nicht um Empfehlungen.

Ich wünsche Ihnen erfolgreiche Investments!

Viele Grüße
Christian F. Hardt

2 Kommentare

  1. Sehr guter Beitrag! Besonders die schlüssige Herleitung der Aktienauswahl gefällt mir sehr. Und Glückwunsch zum Erfolg! Das Warten auf den richtigen Moment stellt eine sehr ernstzunehmende Grundeigenschaft eines Traders dar. Leider ist dies oft nicht so einfach zu realisieren. Da hilft nur Übung und nochmals Übung.

  2. Danke 🙂 stimmt, Übung ist extrem wichtig – bei guten Unternehmen fällt mir selbst oftmals auch sehr schwer zu widerstehen, am liebsten würde ich immer sofort zugreifen (aus „Angst“ nicht mehr rechtzeitig in den Markt zu kommen). Das Warten auf den richtigen Einstiegszeitpunkt lohnt sich aber oftmals. Und Chancen gibt es unendlich viele 🙂 macht also nichts, wenn man mal eine verpasst, Viele Grüße

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