Performance

Ein Hinweis vorweg: Die Performance eines Trading-Systems in der Vergangenheit lässt sich nicht einfach so in die Zukunft spiegeln. Die Darstellung der vergangenen Performance soll insofern keine Prognose sein. Ich glaube aber, dass wir häufig etwas daraus lernen können, wenn wir analysieren, wie sich bestimmte Systeme in bestimmten Marktphase verhalten haben.

Anbei seht ihr einen ausführlichen Backtest meines Trendfolgesystems auf den Dax zwischen 1998 und März 2017. Auch an dieser Stelle weise ich nochmal darauf hin, dass ich zwar leidenschaftlicher Trendfolger bin – die Trendfolge ist aber nur ein Puzzleteil in meiner übergeordneten Strategie. Dieser Baustein meiner Strategie ist für mich zwar sehr wichtig, ich verlasse mich aber niemals nur auf das Trendfolgekonzept. Die Performance-Angaben hier beziehen sich allerdings genau auf diese Situation. Zu sehen ist die Rendite, die ein Investor erzielt hätte, wenn jedes Signal meines Trendfolgekonzepts “blind” umgesetzt worden wäre. Der DAX stieg vom Basiswert (100 %) auf den Endwert in Höhe von +243 %. Bei Anwendung meines Konzepts wäre ein Endwert über 541 % erreicht worden:

Backtest_Dax_Trendfolge
Trendfolge mit Trendfolge-Investments.com (eigene Berechnungen, eigene Darstellung)

Trotz der viel höheren Performance möchte ich auch darauf hinweisen, dass es durchaus Phasen gab, in denen das Trendfolgekonzept eine geringere Rendite als der DAX erzielt hat. Besonders interessant finde ich die Wirkung des Systems auf das Risiko. Schauen wir uns hierzu die Kennzahl “Maximum Drawdown” an. Diese ermittelt den größten in der gesamten Periode aufgetretenen Verlust.

Backtest_Dax_Trendfolge_maxDrawdown
Trendfolge mit Trendfolge-Investments.com (eigene Berechnungen, eigene Darstellung)

Wenn ein Investor den ganzen Zeitraum über ein ETF auf den DAX gehalten hätte, so wäre das Depot in der schlimmsten Verlustperiode um 73% gefallen! Der DAX weist damit ein existenzbedrohendes und furchtbar schlechtes Chance-Risiko-Profil auf. Die Stärke meines Systems sehe ich in dem Schutz vor großen Kurseinbrüchen. Selbstverständlich gibt es kein System, dass einem Investor eine Garantie gibt, nie einen Crash miterleben zu müssen – aber wir sehen oben im Chart bzw. in der Kennzahl “Maximum Drawdown”, dass die großen Verluste in den Jahren 2001 / 2002 sowie 2008 / 2009 durch die Anwendung aktiver Trendfolge größtenteils vermieden wurden.

Ein potentielles Risiko könnte meines Erachtens eine lang anhaltende Seitwärtsphase bzw. Trading-Range sein. In der Vergangenheit war der Dax aber häufig von starken Trendphasen geprägt – nicht umsonst wird der Dax auch gerne als Optionsschein auf den Dow Jones bezeichnet. Solange wir auch in Zukunft immer wieder mittel- bis langfristige impulsive Trendbewegungen sehen, sollte das System auch weiterhin gut funktionieren. Das ist aber wie immer nur meine Meinung und kein Prognose 😉 Von meinem System würde ich erst dann abweichen, wenn der Markt tatsächlich anfangen sollte, sich anders als in der Vergangenheit zu verhalten.

Die grundlegende Idee meines Trendfolgekonzepts könnt ihr auf der Seite Die Strategie nachlesen. Im Kern basiert das System auf diversen gleitenden Durchschnitten (= Identifikation der Trendrichtung) sowie auf dem Indikator MACD (= Messung der Schwungkraft des Trends) – wobei ich verschiedene zeitliche Ebenen miteinander kombiniere.

 

Im Folgenden zeige ich euch ergänzend zum oben gezeigten Backtest weitere Anwendungsbeispiele. Als Investor bin ich eher risikoavers, ich zeige daher wie sich mein Trendfolgesystems bei verschiedenen Aktiencrashes in der Vergangenheit verhalten hätte.

Der Aktiencrash von 1987

Am 15. Oktober 1987 hat mein Trendkonzept auf täglicher Basis den Dow Jones Industrial Index nur noch 1 von 4 Punkte gegeben. Zwei der drei im System verwendeten GDs wurden bereits nach unten durchbrochen, wobei die Steigung der GDs überwiegend noch positiv ist. Aber der MACD steht bereits tief im roten Bereich, die Nulllinie wie auch die Signallinie wurden beide verletzt.

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Eigene Darstellung, erstellt mit StockCharts.com

Auf wöchentlicher Basis ergibt die Trendanalyse ein ganz ähnliches Bild. Hier werden lediglich 2 von 4 Punkten erreicht. Der MACD ist zwar noch oberhalb der Null-Linie, aber die Signallinie deutet bereits eine Schwächephase an und zwei der drei relevanten GDs wurden verletzt (wenngleich die relative Veränderung der GDs noch positiv ist).

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Eigene Darstellung, erstellt mit StockCharts.com

Insgesamt (tägliche und wöchentliche Betrachtung kombiniert) wurden am 15.10.1987 beim Dow Jones somit nur 3 von 8 Punkte erreicht. Schaltet das System von bullish auf neutral, so bleibe ich noch investiert, doch 3 Punkte entspricht einem Umstieg auf eine bearishe Einschätzung – ein klares Verkaufssignal aus Sicht meines Trendfolgekonzepts. Schauen wir uns einmal an, was dann passierte:

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Eigene Darstellung, erstellt mit StockCharts.com

Kurz nachdem mein Trendkonzept das Verkaufssignal generiert hat, ging es steil abwärts. Die Bewegung war derart heftig, dass heutzutage jeder Börsenhandler den 1987er Crash kennt. Das Trendkonzept hätte Investoren rechtzeitig gewarnt und vor schmerzhaften Verlusten bewahrt.

Der Aktiencrash 2008 / 2009

In der frühen Phase des Aktiencrashes von 2008 / 2009 zeigte mein Trendkonzept bereits früh die sich verschlechternde Marktverfassung an. An dem im unten dargestellten Chart markierten Tag (Beispiel 1) errechnete mein Trendfolgekonzept einen Punkte-Score über lediglich 2 von 8 möglichen Punkten. Der im zweiten Beispiel analysierte Tag ist im unten gezeigten Chart ebenso markiert. Auch hier hat das Trendkonzept vor weiter fallenden Kursen gewarnt, da nur 3 von 8 möglichen Punkten vergeben wurden. Kurz darauf waren es sogar noch weniger Punkte. Die schweren Verluste hätten somit fast vollständig vermieden werden können.

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Eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox.de

In Kürze werde ich hier noch weitere Beispiele einfügen. Nur so viel vorweg: Auch vor diversen anderen großen Rücksetzern am Aktienmarkt hätte dich mein Trendfolgesystem geschützt. Die Charts folgen zeitnah!

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