DAX Anfang Februar 2018 im Korrekturmodus: Bodenbildung oder Absturz?

Der DAX im Korrekturmodus! Jetzt heißt es ruhig bleiben und auf die eigene Strategie vertrauen! Im heutigen Artikel zeige ich Ihnen

  1. welche Unterstützungszonen kurzfristig und langfristig wichtig sind und
  2. welche intermarket-Faktoren (EUR/USD, Bund Future)

Sie jetzt im Auge behalten sollten. Interessanterweise zeigen das kurzfristige und das mittel-/langfristige Chartbild beide, dass wir an einer sehr kritischen Unterstützungszone angekommen sind. Die intermarkets senden ebenfalls Warnsignale. Nach einer zuletzt ruhigen Phase sollten wir die Märkte in den nächsten Wochen daher besonders aufmerksam beobachten.

Viel Spaß beim Lesen! Bei Fragen oder Anregungen schreiben Sie mir gerne eine Mail (kontakt@trendfolge-investments.com) oder hinterlassen Sie einen Kommentar.

DAX im Korrekturmodus: Die Nervosität ist zurück!

Das Jahr begann mit einer tollen Entwicklung am Aktienmarkt. Insbesondere die amerikanischen Märkte wurden immer weiter in die Höhe getrieben. Anleger sicherten sich kaum noch ab und waren historisch gesehen extrem bullish (vgl. z.B. Aktienmärkte im Januar 2018: Technisch überhitzt und exorbitant bullishes Sentiment!). In den letzten Tagen kam nun wieder mehr Volatilität in die Märkte zurück. Urplötzlich ist die Nervosität wieder da und die Anleger werfen verschreckt Verkauf-Orders auf den Markt. Wie geht es nun weiter?

Lassen Sie uns als erstes einen Blick auf den kurzfristigen Chart werfen:

DAX Chartanalyse Februar 2018
DAX im Korrekturmodus, 4-Stunden-Chart (erstellt mit TraderFox)
  • Meines Erachtens können Sie hier mustergültig sehen, wie der Markt von technisch orientierten Tradern hin und her “gespielt” wird. Der DAX hat sich konsequent an der oberen und der unteren Trendlinie orientiert und wurde durch Trader abwechselnd nach oben und wieder nach unten gehandelt (siehe graue Pfeile).
  • Nach einem kurzen Ausbruch nach oben (erstens über die obere Trendlinie, siehe vierter grauer Pfeil oben sowie zweitens über den letzten Hochpunkt, siehe horizontale rote Linie) fiel der Markt nun wieder zurück. Kurzfristig orientierte Trader interpretieren das als bearishen Fehlausbruch und verkauften daraufhin sofort. In der Konsequenz daraus kam der DAX unter Druck, dies ließ weitere Anleger nervös werden und Stop-Loss-Orders wurden gerissen. So kam es zu einer Beschleunigung der Abwärtsbewegung und nun befinden wir uns wieder am unteren Ende der Trading-Range.
  • Der kurzfristige Chart rückt die Zone rund um 12.600 Punkte in den Vordergrund. Hier verläuft die untere Trendlinie. Wird diese Zone mehr als nur marginal verletzt, so werden weitere Trader verkaufen bzw. auf fallende Kurse setzen.

Als nächstes stelle ich den etwas längerfristigen Chart dar:

DAX im Korrekturmodus Februar 2018
DAX im übergeordneten Aufwärtstrend, Tageschart (erstellt mit TraderFox)
  • Zunächst einmal scheint der Aufwärtstrend noch absolut intakt zu sein.
  • Wie Sie sehen können, ist der Bereich rund um 12.600 Punkte nicht nur aus kurzfristiger Sicht von Relevanz, sondern auch im mittel- bis langfristigen Chartbild extrem wichtig. Die Kurse kommen der unteren Begrenzung des Aufwärtstrends gefährlich nahe.
  • Das mittel- bis langfristige Chartbild zeigt aber nicht nur die Marke bei 12.600 Punkten, sondern eine Unterstützungszone zwischen 12.400 (ehemaliges Allzeithoch) und 12.600 Punkten.

Intermarket-Analyse

Währungsmarkt

Der EUR/USD war in den letzten Wochen und Monaten für europäische Anleger ein echter Alptraum. Die Kursgewinne in den USA fielen aufgrund des schwachen Dollar-Kurses für europäische Investoren sehr viel niedriger aus als für US-Investoren. Für Europäer ist es aber nur bedingt möglich, nach Europa auszuweichen. Denn die Kurse in Europa leiden ebenfalls unter dem starken Euro, da dieser den Export bremst. Wie geht es nun weiter?

EUR_USD
EUR/USD im langfristigen Big-Picture (erstellt mit TraderFox)
  • Wie Sie sehen, erreicht der Kurs aktuell einen wichtigen charttechnischen Widerstand. Ich könnte mir gut vorstellen, dass viele Trader an diesem Widerstand zu Gewinnmitnahmen tendieren. Zumindest kurzfristig könnte der Anstieg des EUR/USD daher ausgebremst werden (z.B. im Rahmen eines Pull-Backs auf die Unterstützung bei rund 1,20). Dies würde die Bodenbildung beim DAX unterstützen.
  • Wer sich darüber hinaus die Commitment of Traders-Daten anschaut, der erkennt sofort, dass die aktuelle Positionierung der Trader historisch gesehen extrem bullish ist. Je mehr Trader für einen Basiswert bullish sind, desto größer ist die Gefahr für Rückschläge. Die hohe Spekulation auf einen steigenden EUR/USD werte ich daher ebenfalls positiv im Sinne einer Bodenbildung beim DAX.

Zinsmarkt

Lassen Sie uns abschließend noch einen Blick auf die Entwicklung an den Zinsmärkten werfen.

Bund Future Korrektur
Der Bund Future musste Verluste einstecken (erstellt mit TraderFox)
  • Erläuterung des Charts: Dargestellt wird der Bund Future. Ein fallender Kurs signalisiert steigende Zinsen (und umgekehrt).
  • Ein Zinsanstieg kann für die Aktienmärkte verschiedene Bedeutungen haben. So könnte der Anstieg die Folge einer guten konjunkturellen Entwicklung sein. Somit können Zinsen uns Aktien parallel steigen. Aber: Steigende Zinsen wirken sich negativ auf die Unternehmensgewinne aus. Moderater Anstiege können die Märkte gut verkraften, ein plötzlicher und sehr heftiger Anstieg zwingt die Aktienmärkte jedoch oftmals in die Knie. Die aktuelle Situation sollte genau beobachtet werden. Setzt sich der Zinsanstieg in unverändert hohem Tempo fort, besteht akute Absturzgefahr für den DAX.

Trendfolge-Algorithmus

Wenn Sie bereits Artikel von mir gelesen haben, dann wissen Sie, dass ich für mein Trading einen Trendfolge-Algorithmus verwende. Der Algorithmus ist mittel- bis langfristig parametrisiert (Trends über einige Monate bis hin zu einzelnen Jahren sind relevant) und basiert auf zwei Säulen:

  1. Trendrichtung
  2. Schwungkraft des Trends

Mit dem letzten Tagesschlusskurs hat der Algorithmus seine Positionierung beim DAX auf bearish umgestellt. In der “long-only”-Variante hält das Handelssystem jetzt ausschließlich Cash. In der “long-und-short”-Variante würde das Handelssystem jetzt auf fallende Kurse setzen.

Ich richte mich grundsätzlich immer nach meinem Handelssystem. Bei einer Veränderung der Positionierung kommt es aber vor, dass ich kurzfristig die Entscheidung des Marktes an wichtigen charttechnischen Zonen abwarte. Schaltet dar Algorithmus zum Beispiel kurz vor einem extrem wichtigen Widerstand auf bullish, dann kaufe ich erst nachdem der Widerstand überwunden wurde. Mehr dazu im Fazit.

Fazit

Mein Trendfolge-Algorithmus ist seit dem Schlusskurs am Freitag Abend nicht mehr investiert. Ich muss insofern zwingend zeitnah meine Investments reduzieren. Aktuell reagiere ich aber ausnahmsweise noch nicht sofort – aus folgenden Gründen:

  1. Der EUR/USD ist – wie oben dargestellt – an einem wichtigen Widerstand angekommen und die Spekulation auf einen steigenden EUR/USD ist extrem hoch. Dies könnte den DAX in den nächsten Wochen unterstützen.
  2. Der DAX sitzt aktuell auf einer wichtigen charttechnischen Unterstützungszone (12.400 bis 12.600 Punkte). Ich möchte in den nächsten Tagen/Wochen die Entscheidung des Marktes rund um diese Unterstützungszone abwarten, bevor ich meine Positionierung ändere. Sollte der DAX weiter fallen, werde ich als mittel- bis langfristiger Trendfolger konsequent handeln und meine Position verkaufen.

Wie immer handelt es sich nur um Darstellung meiner eigenen, persönlichen Meinung. Ich hoffe, der Artikel hat Ihnen gefallen und wünsche Ihnen viel erfolgreiche Investments!

Schöne Grüße
Christian F. Hardt

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