DAX: Jetzt wird es wieder gefährlich!

Die globalen Aktienmärkte klettern seit Beginn des Jahres 2019 still und heimlich aufwärts. Insbesondere die US-Indizes zeigen wieder einmal relative Stärke. Zuletzt gab es jedoch auch einzelne technische Verkaufssignale. Das ist Grund genug, mal wieder einen genaueren Blick auf die wichtigsten Charts zu werfen. Heute steht der DAX im Fokus. Viel Spaß beim Lesen!

Rückblick: An der “Mauer der Angst” hochklettern

Ende des Jahres 2018 war die Angst der Marktteilnehmer vor einem Börsencrash enorm hoch. Dies konnten Händler an der allgemeinen Stimmung, aber auch anhand konkreter Daten erkennen. So habe ich auf meinem Facebook-Kanal auf historisch hohe Put-Call-Ratios hingewiesen (was bullish zu interpretieren ist). Hier auf Trendfolge-Investments habe ich diese Einstiegsgelegenheit ebenfalls diskutiert: DAX und S&P 500 unter Druck: Angst auf Rekordniveau – Sentiment-Analyse deutet Stabilisierung an.

Händler bezeichnen diese Situation meist als ein Hochkletter an der “Mauer der Angst”. Die Angst ist so groß, dass bereits alle “schwachen Hände” verkauft haben. Das heißt: Wer dann noch investiert ist, bleibt das meist auch langfristig. Im Ergebnis lässt der Verkaufsdruck nach. Wenn niemand mehr verkauft, können die Märkte irgendwann nur noch seitwärts laufen oder eben langsam wieder nach oben driften.

Ich habe allerdings darauf hingewiesen, dass diese bullishe Ausgangssituation lediglich kurz- bis mittelfristig genutzt werden kann. Der langfristige Abwärtstrend war zum damaligen Zeitpunkt noch intakt. Beim S&P 500 hat mein Trendfolge-Algorithmus zwischenzeitlich auf bullish geschaltet, wie sieht es jetzt beim DAX aus?

DAX: Erholungsbewegung gerät ins Stocken

Werfen wir einen Blick auf den den Chart des DAX:

DAX Chartanalyse Tageschart März 2019
DAX Tageschart, eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox

Wie Sie sehen, wurden weder die wichtige Widerstandszone (grüner horizontaler Bereich) noch der Abwärtstrend (rote Linie) geknackt. Dazu kommt, dass die einzige kurzfristige Aufwärtstrendlinie letzten Freitag gebrochen wurde – dies ist technisch gesehen ein erstes ernst zu nehmendes Verkaufssignal.

Lassen Sie uns etwas weiter raus zoomen, dann wird die Situation noch deutlicher. Hier sehen Sie gut, dass der Abwärtstrend intakt ist:

DAX Tageschart

DAX Tageschart, eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox

Lassen Sie uns zum Schluss noch noch einen ganz langfristigen Blick auf das “Big-Picture” werfen. Technisch gesehen ist es vollkommen klar: Der langfristige Aufwärtstrend ist gebrochen, der seit 2018 laufende Abwärtstrend ist intakt. Dies gilt zumindest unter charttechnischen Gesichtspunkten. Der markttechnische langfristige Aufwärtstrend ist durchaus noch intakt (lesen Sie hier die Definition eines markttechnischen Trends).

DAX Chart langfristig Monatschart 2019
Monatschart, eigene Darstellung, erstellt mit TraderFox

Aber dennoch: Solange die Abwärtstrendlinie nicht gebrochen wird, bin ich beim Blick auf das langfristige Bild eher vorsichtig. Zudem ist die hohe Bedeutung der Widerstandszone bei rund 12.000 Punkten auf dem Monatschart noch besser als auf den oben gezeigten Charts zu erkennen. Solange dieser Bereich nicht wieder zurückerobert wird, verhalte ich mich bei deutschen Aktien und insbesondere beim DAX zurückhaltend.

Fazit: (Noch) ist der Abwärtstrend intakt

Einige US-Indizes haben in den letzten Wochen viele Kaufsignale generiert, auch mein Trendfolge-Algorithmus ist für die USA bereits bullish positioniert. Darüber hinaus gab es für kurzfristig orientierte Trader Ende 2018 bzw. Anfang 2019 eine sehr gute Einstiegsgelegenheit (hohe Put-Call-Ratio), die ich hier auf der Homeage diskutiert habe (DAX und S&P 500 unter Druck: Angst auf Rekordniveau – Sentiment-Analyse deutet Stabilisierung an).

Beim DAX ist der seit Anfang 2018 laufende Abwärtstrend allerdings – trotz der jüngsten Erholung – noch intakt. Auch mein Trendfolge-Algorithmus hat für den DAX noch kein Kaufsignal ausgespuckt. Die Charts zeigen, dass die Widerstandszone bei rund 12.000 Punkten unabhängig vom Zeithorizont sehr wichtig ist. Spätestens wenn diese zurückerobert wird, würde ich dies als langfristiges Kaufsignal interpretieren.

Wie immer handelt es sich lediglich um meine persönliche Meinung. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!

Schöne Grüße
Christian Hardt

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  1. Die Bullen stehen am Ruder - Trendfolge-Investments

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