Aktienmärkte im Januar 2018: Technisch überhitzt und exorbitant bullishes Sentiment!

Heute präsentiere ich Ihnen erneut einen Gastbeitrag von Robert Rethfeld. Er weist darauf hin, dass die Märkte technisch überhitzt sind und zeigt, dass auch das Sentiment (also die Positionierung der Anleger) am Limit ist. Wenn schon alle Anleger bullish positioniert sind, wer soll dann noch kaufen? Das Sentiment ist in historisch extreme Höhen vorgedrungen – ein Vergleicht mit der Vergangenheit bringt uns ausgerechnet in das Jahr 1987…

Als Trendfolger verkaufe ich meine Positionen nicht aufgrund einer kurzfristigen Übertreibung am Markt. So ist beispielsweise der RSI bereits seit rund 12 Monaten immer mal wieder auf einem extrem überkauften Niveau – und was ist passiert? Die Märkte sind trotzdem gestiegen! Trendfolger haben von dieser Entwicklung profitiert. Das bedeutet aber nicht, dass ich blind alle Warnsignale ignoriere. Die von Herrn Rethfeld gezeigten Indikatoren sind auf einem beeindruckenden, fast schon beängstigenden Niveau. Je stärker die Märkte den überkauften Zustand ausbauen, desto schlechter wird das Chance-Risiko-Verhältnis. Jeder Investor sollte sich genau überlegen, wie viel Risiko er aushalten kann und möchte.

Viel Spaß beim Lesen und erfolgreiche Investments!

Indikatoren: Die Märkte sind technisch überhitzt

Der Relative-Stärke-Index (RSI) des Dow Jones Index erreichte in dieser Woche mit 88,5 Punkten zum vierten Mal seit Dezember 2016 einen Wert von 85 oder mehr.

Im Gefolge dieser Extrema kam es jeweils zu Seitwärtsbewegungen zwischen ein und drei Monaten (siehe Pfeile obiger Chart).

Drei der vier Werte liegen sogar über 87. In unserer Kolumne vom 16. Dezember 2016 stellten wir dar, dass in den vergangenen 100 Jahren lediglich viermal Werte über 87 erzielt wurden. Wir hatten damals herausgearbeitet, dass ein Extremwert im RSI von 87 in allen bisherigen Fällen zu einer Konsolidierung führte. Anschließend ging es weiter aufwärts. Übertragen auf die aktuelle Situation würde es jetzt zu einer einer Konsolidierungsphase im Dow Jones Index kommen, der nochmals steigende Kurse folgen.

Es ist selten, dass Dow Jones Index und VIX gemeinsam an einem Tag um jeweils ein Prozent steigen. Seit dem Jahr 2010 ist dieses Signal erst viermal erfolgt, und zwar in den Jahren 2016 und 2017 sowie am 18. Januar 2018 (siehe folgenden Chart).

In der Vergangenheit bedeutete eine solche Konstellation häufig ein kurzfristiges Hoch.

Hinzu kommt ein Hindenburg-Omen, das ebenfalls am Donnerstag ausgelöst wurde. In den vergangenen 15 Monaten signalisierte das Auftreten von Hindenburg-Omen bis auf wenige Ausnahmen Seitwärtssituationen.

Sentiment: Die Anlegerpositionierung ist extrem bullish!

Aus Sicht des Sentiments gibt es einen neuen Rekordwert zu vermelden: 66,7 Prozent der US-Börsenbriefschreiber sind bullish eingestellt (+2,3 Prozentpunkte gegenüber der Vorwoche).

In der langfristigen Perspektive seit 1980 ist durch die eingezeichnete rote Linie gut zu erkennen, dass dieser Wert nur einmal übertroffen wurde, nämlich im April 1986 (68,3 Prozent Bullen).

Nimmt man alle Werte über 64 Prozent (sie gab es außer in dieser Phase nur in den 1980er Jahren) und trägt sie in einen Chart sein, dann ist gut zu erkennen, dass einem derart hohen Sentiment jeweils eine Seitwärtsphase an den Aktienmärkten folgte.

Fazit: Die dargestellten Indikatoren zeichnen für die US-Aktienmärkte einen Übergang von einer starken Trendphase in eine mehrwöchige Seitwärtsphase vor. Anschließend dürfte sich der Aufwärtsimpuls erneut durchsetzen.

Robert Rethfeld
Wellenreiter-Invest

Ich hoffe, der Artikel von Robert Rethfeld hat Ihnen gefallen. Bei Fragen schreiben Sie gern einen Kommentar oder eine E-Mail. Ich werde entweder selbst antworten oder Ihre Nachricht bei Bedarf an Herrn Rethfeld weiterleiten. Wenn Sie diese Website via E-Mail abonnieren (Eingabe der E-Mail Adresse bei Desktop-Nutzung oben rechts oder bei mobiler Nutzung unten) erhalten Sie alle Beiträge sofort – völlig kostenlos und unverbindlich.

Viele Grüße
Christian F. Hardt

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